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Zum sechsten Mal erfolg- und aufschlussreich: BDÜ-Fachkonferenz Sprache und Recht

Fachtagung im Hannover Congress Centrum begeisterte mit 60 Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen Teilnehmer aus aller Welt

(Berlin, 23. Oktober 2017) Am Wochenende vom 14./15. Oktober trafen sich in Hannover auf Einladung des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) knapp 450 Sprachprofis aus 16 Ländern mit einer fachlichen Spezialisierung im Bereich Recht. Ihre Arbeitsfelder erstrecken sich von Übersetzungen und Dolmetschaufträgen für Polizei, Justiz und Staatsanwaltschaft bis hin zu Sprachdienstleistungen für Auftraggeber wie die EU oder Unternehmen der freien Wirtschaft. Sie alle müssen nicht nur ihre Arbeitssprachen auf höchstem Niveau beherrschen, sondern zugleich auch die Rechtssysteme der entsprechenden Länder genau kennen.

Bereits im Eröffnungsgrußwort der niedersächsischen Justizstaatssekretärin Stefanie Otte wurde deutlich: „Gerichtsdolmetscher haben eine hochkomplexe Aufgabe. Zum einen müssen sie die Rechtssprache in Alltagssprache, also adressatengerecht, übersetzen, zum anderen von Deutsch in eine andere Sprache und zurück.“ Sie plädierte dafür, den Dolmetscherinnen und Dolmetschern ihre Arbeit durch eine verständliche, alltagstaugliche Sprache im Gerichtssaal zu erleichtern und verwies auf die bundesweite Vorreiterrolle des Niedersächsischen Justizministeriums beim Thema Leichte Sprache. „Einfache Sprache baut Barrieren ab und ermöglicht erst den uneingeschränkten Zugang zum Recht. Daher sollte das sogenannte Juristendeutsch nur in Fachgesprächen verwendet werden, nicht aber in der Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern.“

So stand die „Leichte Sprache“ gerade im Zusammenhang mit Rechtstexten als ein Thema unter vielen auf dem Programm der Fachkonferenz. Sehr viel Berufspraktisches gab es auch zu Themen wie Stressmanagement in schwierigen Gesprächen bei Polizei und Gericht, zu Stolpersteinen bei der Übertragung von Schimpfwörtern oder zur Frage nach dem Urheberrecht bei Übersetzungen zu erfahren. In Sachen Berufspolitik wurde in mehreren Gesprächsrunden lebhaft diskutiert. Ziel ist es, angemessene Honorare durchzusetzen und den gut ausgebildeten Nachwuchskräften den Weg in den Beruf zu ebnen. Die zunehmende Technisierung, die in allen Berufsfeldern zu beobachten ist, spiegelte sich in dem großen Interesse an Vorträgen über fachbezogene Software und deren Anwendungsmöglichkeiten wider.

„Die Branche braucht solche Konferenzen, um Entwicklungen aufzuzeigen, Forderungen an den Berufsverband und die Politik zu formulieren und die einzelnen Akteure zu einem Austausch zusammenzubringen. Wir freuen uns, dass unser Angebot so positiv angenommen und genutzt wurde. Zwei Tage lang wurde intensiv diskutiert, aber auch das gerade für Freiberufler so wichtige Networking kam nicht zu kurz“, so das Fazit von BDÜ-Präsident André Lindemann.

Weitere Informationen
zu den Inhalten und der begleitenden Fachmesse auch in der vorherigen Medieninformation zur Ankündigung der FSR.

Über die BDÜ-Fachkonferenz Sprache und Recht
Unter dem Titel „Gerichtsdolmetschertag“ lud der BDÜ im Jahr 1985 zum ersten Mal zu einer Fachkonferenz ein, die sich im Wesentlichen mit der Arbeit und den Anliegen der für die Justiz und im juristischen Bereich tätigen Übersetzer und Dolmetscher beschäftigte. Seither fand diese Fachtagung in regelmäßigen Abständen statt. Für die nunmehr sechste Auflage wurde der Name in „Fachkonferenz Sprache und Recht“ geändert, um ein breiteres Spektrum abzudecken. Damit soll deutlich gemacht werden, dass es bei diesem fachlichen Austausch sowohl um die sprachlichen Expertentätigkeiten für Justiz und Strafverfolgungsbehörden als auch ganz allgemein um das fachgerechte Übersetzen und Dolmetschen für Unternehmen, Kanzleien und Institutionen geht.
www.FSR2017.de 

Über den Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)
Der BDÜ ist mit mehr als 7500 Mitgliedern der größte deutsche Berufsverband der Branche. Er repräsentiert etwa 80 Prozent aller organisierten Dolmetscher und Übersetzer in Deutschland und setzt sich seit 1955 für die Interessen seiner Mitglieder sowie des gesamten Berufsstands ein. Eine BDÜ-Mitgliedschaft stellt ein Qualitätssiegel für professionelle Leistungen im Übersetzen und Dolmetschen dar, da eine Aufnahme in den Verband nur mit entsprechender fachlicher Qualifikation möglich ist. Die als Kommunikationsexperten bundesweit für mehr als 80 Sprachen und eine Vielzahl von Fachgebieten gefragten BDÜ-Mitglieder sind in der Online-Datenbank auf der Verbandswebsite schnell und einfach zu finden.

Download Medieninformation


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