Hier finden Sie in einer Datenbank über 5.800 Dolmetscher und Übersetzer für mehr als 80 Sprachen. Sie können bequem nach der gewünschten Sprachenrichtung, nach der benötigten Muttersprache, nach Ihrem Fachgebiet und nach Wohnort suchen.
Hier finden Sie darüber hinaus ausführliche Informationen über die Themen Dolmetschen und Übersetzen.
Übersetzen und Dolmetschen sind Tätigkeiten, die wir bereits aus dem Altertum kennen und die heute gefragter denn je sind. Mit zunehmender Spezialisierung und Globalisierung der Wirtschaft sowie der permanenten Beschleunigung ihrer Arbeitsprozesse werden die Anforderungen an den Beruf immer komplexer. Die Fähigkeit, sich in kurzer Zeit neues Wissen anzueignen, versierter Umgang mit technischen Hilfsmittel, Flexibilität und unternehmerisches Know-how gehören genauso zu den Anforderungen des Berufs wie die Kernqualifikationen, die in der Ausbildung vermittelt werden.
Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Berufsbild, den verschiedenen Tätigkeitsbereichen und Einsatzarten von Übersetzern und Dolmetschern. Sie erfahren, was die beiden Berufe grundsätzlich voneinander unterscheidet, welche universitären und privaten Ausbildungseinrichtungen es gibt und wo Sie eine staatliche Prüfung ablegen können.
Experten für bestimmte Sprachen und Fachgebiete
Übersetzer verfügen über ausgezeichnete Kenntnisse in zwei oder mehr Sprachen, haben in der Regel einen Übersetzerabschluss an einer Universität oder Fachhochschule erworben oder langjährige Berufserfahrung als Übersetzer nachgewiesen. Sie verfügen über vertiefte Sachkenntnisse in einem oder mehreren Fachgebieten und übertragen Fachtexte inhaltlich korrekt, stilsicher und zielgruppengerecht in eine andere Sprache. Die meisten Übersetzer sind daher Fachübersetzer.
| Fachübersetzer | Fachübersetzer übertragen hoch spezialisierte Texte aus den verschiedensten Gebieten, z. B. Betriebsanleitungen, Geschäftsberichte, Werbebroschüren, wissenschaftliche Fachartikel, Patentschriften usw. Sie haben sich in der Regel auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert. Fachübersetzer können sich aufgrund ihrer soliden Fachkenntnisse in kürzester Zeit in Spezialgebiete einarbeiten. |
| Urkundenübersetzer | Urkundenübersetzer fertigen beglaubigte Übersetzungen an, d.h. sie bescheinigen die Richtigkeit und Vollständigkeit von Übersetzungen. Beglaubigte Übersetzungen sind z.B. bei Personenstandsurkunden und Gerichtsdokumenten zur Vorlage bei Behörden und im internationalen Rechtsverkehr erforderlich. Urkundenübersetzer sind laut den Rechtsvorschriften des jeweiligen Bundeslandes allgemein vereidigt oder beeidigt, ermächtigt oder öffentlich bestellt. |
| Softwarelokalisierer | Softwarelokalisierer passen Benutzerhandbücher, Onlinehilfen, Menüs und Bildschirmoberflächen von Computerprogrammen an die Sprache des Absatzmarktes an. Für ihre Arbeit setzen sie Lokalisierungswerkzeuge ein. |
| Konferenzübersetzer | Konferenzübersetzer werden bei großen internationalen Organisationen tätig. Sie übersetzen direkt am Konferenzort Arbeitsunterlagen wie Reden, Diskussionsbeiträge und Beschlüsse, die noch vor Abschluss der Veranstaltung schriftlich vorliegen müssen. Sie arbeiten unter erschwerten Bedingungen, da ihre Fachübersetzungen innerhalb kürzester Zeit abstimmungs- und veröffentlichungsreif vorliegen müssen. |
| Literarische Übersetzer | Literarische Übersetzer übertragen Belletristik, Sach- und Fachliteratur. Sie arbeiten grundsätzlich freiberuflich und für Verlage. Da es sich bei Literatur um Sprachkunstwerke handelt, spielt die ästhetische Komponente eine größere Rolle als bei Gebrauchstexten. Das Übersetzen schöngeistiger Literatur ist stilistisch sehr anspruchsvoll. Es erfordert eine große Sensibilität des Übersetzenden gegenüber der sprachlichen Gestaltung des Originals. |
Dolmetscher bei internationalen Konferenzen, Verhandlungen oder Betriebsführungen
Dolmetscher haben ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule absolviert und die Techniken für die zeitgleiche bzw. zeitversetzte Übertragung von Reden, Gesprächen und Verhandlungen gelernt. Sie beherrschen mehrere Sprachen, kennen sich in mehreren Fachgebieten aus und bereiten sich gezielt auf die Inhalte ihrer Einsätze vor.
In erster Linie werden Dolmetscher bei internationalen Verhandlungen und Konferenzen eingesetzt, wofür einschlägige Qualifikationen erforderlich sind. Diese Qualifikation wird bei der Aufnahme in den BDÜ und damit in die Datenbank geprüft. Darüber hinaus gibt es noch Gerichtsdolmetscher, die nicht zwingend einen geregelten Dolmetschabschluss vorweisen müssen.
Weitere Informationen finden Sie unter den Rubriken Dolmetschtechniken und Einsatzarten.
Gerichtsdolmetscher (auch: beeidigte Dolmetscher, vereidigte Dolmetscher, öffentlich bestellte Dolmetscher) | Dolmetscher, die entsprechend den Rechtsvorschriften des jeweiligen Bundeslandes von der zuständigen Behörde allgemein vereidigt oder beeidigt oder öffentlich bestellt sind und bei Gerichten, Notaren, Polizei und Behörden zum Einsatz kommen. |
| Konferenzdolmetscher (KD) | Dolmetscher, die sämtliche Dolmetschtechniken – Simultandolmetschen, Konsekutivdolmetschen, Gesprächsdolmetschen und Flüsterdolmetschen – sicher beherrschen. Bei der Organisation einer zu verdolmetschenden Veranstaltung stehen sie Auftraggebern gegebenenfalls als beratende Dolmetscher zur Seite. |
| Konferenzdolmetscher-Anwärter (KDA) | Konferenzdolmetscher, die als Anwärter auf eine Vollmitgliedschaft in den Verband der Konferenzdolmetscher im BDÜ e.V. (VKD) aufgenommen wurden. |
| Konsekutivdolmetschen | Beim Konsekutivdolmetschen erfolgt die Übertragung längerer Redeabschnitte zeitversetzt meist anhand von Notizen (mit einer speziellen Notationstechnik) nach dem Vortrag des Originaltextes. Die Zahl der erforderlichen Konsekutivdolmetscher ist vom Schwierigkeitsgrad und der Einsatzdauer abhängig. Einsatzgebiete:Tisch- und Begrüßungsreden, bilaterale Verhandlungen, feierliche Anlässe (Festreden), Vorträge, Führungen usw. Wegen der nachträglichen Verdolmetschung ist – im Vergleich zum Simultandolmetschen – etwa die doppelte Zeit einzuplanen. |
| Gesprächsdolmetschen | Beim Gesprächsdolmetschen (Sonderform des Konsekutivdolmetschens) werden kürzere Textpassagen in Gesprächssituationen zeitversetzt und abschnittsweise in eine andere Sprache übertragen. Einsatzgebiete: Verhandlungen am „Runden Tisch“, technische Gespräche (Maschineneinführungen), Tischgespräche usw. |
| Simultandolmetschen | Beim Simultandolmetschen werden Redebeiträge fast in Echtzeit übertragen. Dies erfordert höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Deshalb arbeiten in der Regel mindestens 2 Simultandolmetscher zusammen in einer schallisolierten Dolmetschkabine, die sich regelmäßig abwechseln und gegenseitig unterstützen. Einsatzgebiete: mehrsprachige Veranstaltungen, Konferenzen, Tagungen, Verhandlungen, Shows, Galas usw. |
| Flüsterdolmetschen (auch: Chuchotage) | Beim Flüsterdolmetschen handelt es sich um eine Sonderform des Simultandolmetschens, die sich nur für bestimmte Situationen eignet. Hierbei steht/sitzt der Flüsterdolmetscher hinter (oder neben) der Person, für die gedolmetscht wird, und flüstert dieser die Verdolmetschung der Redebeiträge zu. Wie beim Simultandolmetschen wird mit mindestens 2 Konferenzdolmetschern gearbeitet – und das (aus Gründen der Akustik und im Interesse der anderen Teilnehmer) für einen oder höchstens zwei Zuhörer. In besonderen Fällen – wie bei Werksführungen, Stadtbesichtigungen usw. – kann mit Personenführungsanlagen auch für kleinere Gruppen gedolmetscht werden. Sie eignen sich jedoch nicht als Ersatz für Dolmetschkabinen im Rahmen größerer Veranstaltungen (Störeffekte durch gleichzeitig sprechende Redner und Dolmetscher sowie sonstige Hintergrundgeräusche). |
Fernsehdolmetschen | siehe Mediendolmetschen |
Flüsterdolmetschen (Chuchotage) | siehe unter Dolmetschtechniken |
Gerichtsdolmetschen | Der Dolmetscheinsatz findet bei Gericht (in Vorverhandlungen, Verhandlungen, Besprechungen) statt. Prinzipiell können hier sämtliche Dolmetschtechniken zur Anwendung kommen. Häufig arbeiten Gerichtsdolmetscher jedoch mit den Techniken Flüsterdolmetschen und Konsekutivdolmetschen. |
Konferenzdolmetschen (Oberbegriff) | Einsatz einer oder mehrerer der vier grundlegenden Dolmetschtechniken, die bei einer Konferenz zur Anwendung kommen können:
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| Konsekutivdolmetschen | siehe unter Dolmetschtechniken |
| Der Dolmetscheinsatz findet im Auftrag eines Medienträgers (Fernsehen, Radio usw.) statt. In der Regel kommt hier als Dolmetschtechnik das Simultandolmetschen zum Einsatz. | |
| Public Service Interpreting (auch: Community Interpreting) | Solche Dolmetscheinsätze finden meist für Einzelpersonen in öffentlichen Einrichtungen im weitesten Sinne statt, d.h. in Krankenhäusern, bei Ärzten, bei Ämtern usw. Die Tätigkeit setzt spezielle Kenntnisse voraus, die im Hinblick auf die nötige Qualitätssicherung und die mit dieser Arbeit verbundene Haftung gemäß BGB entsprechend ausgebildete Fachkräfte erfordert. Hierfür wurden bereits die ersten Ausbildungs- bzw. Studiengänge (in Vollzeitausbildung) an Instituten eingerichtet, die sich auf die Dolmetscher- und Übersetzerausbildung anerkanntermaßen spezialisiert haben. |
| Relais-Dolmetschen (Dolmetschen mit Pivot) | Bei mehr als zwei Konferenzsprachen kann es vorkommen, dass eine Kabine die momentan gesprochene Sprache nicht direkt in die Zielsprache dolmetschen kann. In diesem Fall ermöglicht die Simultantechnik es dem Dolmetscher, sich auf einen sogenannten Pivot-Kanal („in das Relais“) zu schalten, von dem die Verdolmetschung des aktuellen Redebeitrags aus einer der anderen Kabinen übernommen werden kann. In Deutschland ist der Pivot-Kanal üblicherweise der deutsche Kanal. Beispiel: Bei der Sitzung eines europäischen Betriebsrats wird der Beitrag eines portugiesischen Redners von der „portugiesischen Kabine“ ins Deutsche gedolmetscht. Die anderen Kabinen (Englisch, Französisch, Spanisch, Schwedisch) übernehmen diese deutsche Verdolmetschung aus dem Relais und verdolmetschen sie in ihre Zielsprachen. |
| Simultandolmetschen | siehe unter Dolmetschtechniken |
| Verhandlungsdolmetschen | Dolmetschen bei Verhandlungen. Hierfür sind – je nach Situation, Zuhörerkreis, Sprachenvielfalt und Komplexität der Gespräche – sämtliche Dolmetschtechniken denkbar. |
| Vortragsdolmetschen | Verdolmetschung von Vorträgen. Bei einem zweisprachigen Publikum kann dies durch Konsekutivdolmetschen erfolgen, bei mehr als zwei Sprachen durch Simultandolmetschen. |
Die Komplexität des Berufs und die Voraussetzungen für eine qualifizierte Berufsausübung werden häufig unterschätzt. Sehr gute Fremdsprachenkenntnisse sind nur ein Aspekt, sie reichen aber bei weitem nicht aus.
Eine Vielzahl von Universitäts- und Fachhochschulstudiengängen vermitteln, teilweise mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten, die erforderlichen Qualifikationen für diesen Beruf. In den meisten Bundesländern können darüber hinaus staatliche Prüfungen abgelegt werden. Das ist vor allem für Sprachen relevant, für die es keine regulären Studiengänge gibt.
Da die Berufsbezeichnungen Übersetzer und Dolmetscher nach wie vor nicht gesetzlich geschützt sind und der Beruf daher im Prinzip jedem offen steht, kommt der Eigenverantwortung der Anbieter von Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen eine besondere Bedeutung zu. Eine qualifizierte Ausbildung ist dabei unverzichtbar.
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